Linkerbot als Spezialist für dextere Roboterhände
Linkerbot entwickelt hochbewegliche Roboterhände für humanoide Robotik, Embodied AI, Forschung und industrielle Automation. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Dexterous Hands, die komplexe Greif- und Manipulationsbewegungen ähnlich einer menschlichen Hand ermöglichen. Dafür kombiniert Linkerbot unterschiedliche Antriebskonzepte, präzise Gelenksteuerung, Kraftregelung und je nach Konfiguration taktile Sensorik.
Das Portfolio deckt verschiedene Anforderungen hinsichtlich Gewicht, Beweglichkeit, Greifkraft und Geschwindigkeit ab. Eine Besonderheit ist die Unterstützung unterschiedlicher technischer Konzepte: Linkerbot entwickelt Roboterhände mit Gestängeantrieb, Seilzug beziehungsweise Tendon Drive und Direct Drive. Dadurch kann die passende Hand gezielt nach Robotikplattform und Anwendung ausgewählt werden.
Dextere Roboterhände für humanoide Robotik
Humanoide Roboter sollen zunehmend Tätigkeiten in Umgebungen ausführen, die ursprünglich für Menschen geschaffen wurden. Werkzeuge, Griffe, Schalter, Behälter und zahlreiche Alltagsobjekte setzen deshalb flexible Manipulationsfähigkeiten voraus.
Genau hier kommen dextere Roboterhände zum Einsatz. Mehrere unabhängig oder gekoppelt steuerbare Finger ermöglichen deutlich vielseitigere Greifbewegungen als klassische Zwei-Finger-Greifer. Ob Pinzettengriff, kraftvolles Umschließen, Drehen eines Gegenstands oder feinmotorische Manipulation – die Hand wird zu einer entscheidenden Schnittstelle zwischen Roboter und physischer Umgebung.
Linkerbot bietet dafür verschiedene Linker-Hand-Modelle mit bis zu 22 Freiheitsgraden. Damit eignen sich die Systeme insbesondere für humanoide Roboter, mobile Manipulatoren und Forschungsplattformen, bei denen eine möglichst flexible Interaktion mit unterschiedlichen Gegenständen erforderlich ist.
Weitere Plattformen für diesen Einsatzbereich finden Sie in unserem Bereich Humanoide Roboter.
Linker Hand O6 für kompakte und gewichtssensible Integrationen
Die Linker Hand O6 ist auf eine möglichst kompakte und leichte Integration ausgelegt. Mit nur 360 Gramm Eigengewicht belastet sie den Roboterarm vergleichsweise wenig und eignet sich dadurch besonders für humanoide Plattformen und mobile Robotiksysteme.
Die O6 verfügt über sechs aktive und fünf passive Freiheitsgrade und erreicht eine maximale Fünf-Finger-Greifkraft von bis zu 70 N. Für die Integration stehen unter anderem CAN, CAN FD, RS485 und EtherCAT zur Verfügung. Optional kann taktile Sensorik ergänzt werden.
Damit eignet sich die O6 für Anwendungen, bei denen geringes Gewicht, kompakte Abmessungen und zuverlässiges Greifen wichtiger sind als eine vollständig unabhängige Steuerung jedes einzelnen Fingergelenks.
Die Hand wird beispielsweise auch als Endeffektor-Option innerhalb verschiedener Unitree R1-A5-D Flagship Plattformen angeboten.
Linker Hand L20 für hohe Beweglichkeit und Greifkraft
Für anspruchsvollere Manipulationsaufgaben bietet Linkerbot mit der Linker Hand L20 eine deutlich beweglichere Plattform. Die Roboterhand kombiniert 16 aktive und fünf passive Freiheitsgrade und erreicht damit insgesamt 21 Freiheitsgrade.
Mit einer Greifkraft von bis zu 100 N eignet sich die L20 sowohl für feinere Manipulationsaufgaben als auch für Anwendungen, bei denen Gegenstände zuverlässig gehalten und bewegt werden müssen. Typische Einsatzgebiete sind Robotikforschung, industrielle Automation, humanoide Systeme und Entwicklungsprojekte rund um komplexe Greifstrategien.
Durch die höhere Zahl steuerbarer Bewegungen können unterschiedliche Fingerstellungen präziser aufgebaut und an Größe, Geometrie und Position eines Objekts angepasst werden.
Linker Hand O30 mit Direct Drive und 20 aktiven Freiheitsgraden
Die Linker Hand O30 verfolgt einen anderen technischen Ansatz. Sie setzt auf eine Direct-Drive-Architektur mit 20 vollständig aktiven Freiheitsgraden. Dadurch können Bewegungsbereiche sehr differenziert angesteuert werden.
Eine Kommunikationsrate von bis zu 500 Hz ermöglicht schnelle Steuerungszyklen und macht die Plattform besonders für Forschung, Teleoperation, KI-Training und dynamische Manipulationsaufgaben interessant. Die maximale Greifkraft liegt bei bis zu 70 N.
Für Entwicklungsprojekte ist außerdem relevant, dass für die O30 ein ROS2-SDK bereitgestellt wird. Dadurch kann die Hand in bestehende Robotik- und Forschungsumgebungen integriert und über Software gezielt angesteuert werden.
Linker Hand L30 für schnelle dynamische Manipulation
Mit der Linker Hand L30 bietet Linkerbot eine besonders schnelle seilzugbasierte Roboterhand. Das System verfügt über 18 aktive und vier passive Freiheitsgrade und erreicht damit insgesamt 22 Freiheitsgrade.
Die Tendon-Drive-Architektur orientiert sich konzeptionell an der Funktionsweise menschlicher Sehnen. Linkerbot gibt für die L30 eine Öffnungszeit von nur 0,2 Sekunden an. Dadurch eignet sich die Roboterhand für dynamische Manipulation, Forschung, Teleoperation und Embodied-AI-Anwendungen, bei denen schnelle Bewegungsreaktionen eine wichtige Rolle spielen.
Im Vergleich zur O6 steht bei der L30 damit weniger die maximale Gewichtsreduktion, sondern vielmehr eine Kombination aus hoher Beweglichkeit, Geschwindigkeit und präziser Steuerung im Vordergrund.
Roboterhände als Schlüsseltechnologie für Embodied AI
Für Embodied AI reicht es nicht aus, dass ein Roboter seine Umgebung lediglich erkennt. Künstliche Intelligenz muss Wahrnehmung in physische Handlung übersetzen können. Roboterhände übernehmen dabei einen entscheidenden Teil dieser Interaktion.
Ein KI-System kann beispielsweise ein Werkzeug erkennen, seine Position bestimmen und einen passenden Greifpunkt berechnen. Erst eine entsprechend bewegliche Hand ermöglicht jedoch, das Werkzeug tatsächlich aufzunehmen, auszurichten und zu verwenden.
Linkerbot verbindet deshalb Roboterhardware mit Themen wie Teleoperation, Datenerfassung und KI-Training. Bewegungs- und Interaktionsdaten können genutzt werden, um Manipulationsmodelle zu entwickeln und reale Greifaufgaben zu trainieren.
Für Hochschulen, Forschungseinrichtungen und KI-Teams entsteht damit eine praxisnahe Grundlage für Projekte rund um dextere Manipulation, Reinforcement Learning, Imitation Learning und Physical AI.
Teleoperation und Datenerfassung für Robotikforschung
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Teleoperation. Dabei werden Bewegungen eines Menschen auf einen Roboter beziehungsweise dessen Hände übertragen. Solche Systeme können einerseits zur direkten Fernsteuerung genutzt werden, andererseits hochwertige Trainingsdaten für KI-Modelle liefern.
Für humanoide Robotik ist diese Form der Datenerfassung besonders relevant, weil komplexe menschliche Manipulationsfähigkeiten nur schwer vollständig manuell programmiert werden können. Stattdessen können Demonstrationen aufgezeichnet und später zum Training intelligenter Modelle genutzt werden.
Dadurch entstehen Anwendungen für Forschung, industrielle Manipulation, Service-Robotik und zukünftige humanoide Arbeitsplattformen.
Linkerbot für Forschung, Hochschulen und Robotikentwicklung
Dextere Roboterhände eignen sich besonders für Universitäten, Forschungsinstitute und Entwicklungsabteilungen. Mögliche Themen reichen von Greifplanung und Kraftregelung über taktile Wahrnehmung bis hin zu Computer Vision, Teleoperation und KI-basierter Manipulation.
Durch unterschiedliche Schnittstellen und Entwicklungszugänge können die Hände in bestehende Robotikplattformen integriert werden. Für Ausbildungs- und Forschungsprojekte lassen sich damit reale Manipulationsprobleme untersuchen, die in reinen Simulationen nur begrenzt abgebildet werden können.
Weitere Robotikplattformen für Forschung und Ausbildung finden Sie unter Educational Roboter.
Welche Linkerbot Roboterhand passt zur Anwendung?
Die Wahl der passenden Linker Hand hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem benötigte Freiheitsgrade, Eigengewicht, Greifkraft, Geschwindigkeit, Sensorik, Kommunikationsschnittstellen und die mechanische Integration in den jeweiligen Roboterarm.
Die O6 eignet sich besonders für kompakte und gewichtssensible Anwendungen. L20 bietet eine hohe Beweglichkeit kombiniert mit hoher Greifkraft. O30 richtet sich an Projekte mit vollständig aktiver Gelenksteuerung und schnellen Regelzyklen, während L30 den Schwerpunkt auf dynamische, schnelle und hochbewegliche Manipulation legt.
Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen sollten deshalb nicht allein die maximale Zahl der Freiheitsgrade vergleichen, sondern die komplette Robotikplattform und den geplanten Manipulationsprozess betrachten.
Terra Robotics unterstützt bei der Auswahl und Integration von Linkerbot Roboterhänden, der Abstimmung mit humanoiden Robotern und Forschungsplattformen sowie der technischen Bewertung von Schnittstellen, Sensorik und Greifanforderungen.
Wer unterschiedliche humanoide Systeme und Manipulationsplattformen gegenüberstellen möchte, findet im Vergleich humanoider Roboter weitere Lösungen für Forschung, Embodied AI und industrielle Robotik.