Der DOBOT ATOM-W ist eine radgeführte humanoide Robotikplattform für mobile Manipulation, Embodied AI und flexible Automatisierungsprojekte. Statt auf zweibeiniges Gehen setzt das System auf ein stabiles Fahrwerk und kombiniert diese Mobilität mit zwei präzisen 7-Achs-Roboterarmen, einer beweglichen Taille und umfassender visueller Wahrnehmung. Dadurch kann der Roboter zwischen Arbeitsstationen navigieren, Objekte lokalisieren und unterschiedliche Greif-, Transport- oder Übergabeaufgaben ausführen. Für Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen entsteht eine Plattform, die autonome Navigation, Doppelarm-Manipulation und KI-Entwicklung in einem System verbindet.
Radgeführter Humanoid für mobile Arbeitsprozesse
Die radbasierte Konstruktion macht den DOBOT ATOM-W besonders interessant für strukturierte Innenbereiche wie Produktionshallen, Labore, Entwicklungszentren und Logistikflächen. Die mobile Basis nutzt LiDAR-Navigation, erreicht laut Datenblatt bis zu 1,5 m/s und ist mit rund 500 mm Breite auch für vergleichsweise schmale Verkehrswege ausgelegt. Anders als ein stationärer Industrieroboter ist der mobile Humanoid nicht an eine einzelne Roboterzelle gebunden. Er kann unterschiedliche Stationen anfahren und dort jeweils neue Aufgaben übernehmen.
Typische Szenarien reichen von der Materialbereitstellung über Kitting und Sortierung bis zur Übergabe von Werkstücken. Einen umfassenden Überblick über geeignete Prozesse finden Sie auf unserer Seite zu Montage und Handling. Dort erfahren Sie, wann mobile Manipulationsplattformen, humanoide Roboter oder klassische Cobots für Pick-and-Place, Maschinenbeschickung und variantenreiche Produktion sinnvoll sind.
Präzise Doppelarm-Manipulation mit sieben Achsen je Arm
Der DOBOT ATOM-W verfügt über zwei 7-Achs-Roboterarme. Jeder Arm bietet eine angegebene Reichweite von rund 600 mm ohne Endeffektor, eine Nenntraglast von 3,5 kg und eine Wiederholgenauigkeit von ±0,05 mm. Die zusätzliche Achse gegenüber klassischen 6-Achs-Robotern erweitert die Bewegungsfreiheit und erleichtert das Arbeiten aus unterschiedlichen Winkeln. Gemeinsam mit der vierachsigen Taille kann der Roboter seinen Oberkörper flexibel ausrichten und den nutzbaren Arbeitsraum vergrößern.
Diese Kinematik unterstützt Aufgaben wie Greifen, Umorientieren, Einsetzen, Ablegen oder das koordinierte Arbeiten mit beiden Armen. Abhängig von der gewählten Konfiguration können Greifer, dextere Roboterhände, Kraft-Drehmoment-Sensoren oder zusätzliche Kameras ergänzt werden. Ein standardisierter Greifer kann bei wiederkehrenden Bauteilen besonders effizient sein, während Roboterhände mehr Flexibilität bei wechselnden Formen und menschenähnlichen Bedienhandlungen ermöglichen.
Visuelle Wahrnehmung für Navigation und Objektlokalisierung
Für autonome Aufgaben muss der Roboter nicht nur fahren und greifen, sondern seine Umgebung zuverlässig erfassen. Zur Plattform gehören eine Tiefenkamera und eine HD-Binokularkamera am Kopf. Ergänzend stehen ein 360-Grad-Mikrofon-Array und zwei Lautsprecher für akustische Interaktionen zur Verfügung. Optionale Tiefenkameras an Händen oder Taille können die Nahfelderfassung erweitern und Objekte direkt im Greifbereich genauer erfassen.
Diese Sensorarchitektur bildet die Grundlage für räumliche Orientierung, Objekterkennung und die Vorbereitung von Greifbewegungen. In einer realen Anwendung müssen jedoch Beleuchtung, reflektierende Oberflächen, verdeckte Bauteile, Behältergeometrien und mögliche Störkonturen berücksichtigt werden. Ein sauber geplanter Proof of Concept zeigt, ob Kameraaufbau, Greifstrategie und Arbeitsumgebung unter realistischen Bedingungen zuverlässig zusammenspielen.
Embodied AI, VLA und Robot Learning
Der ATOM-W ist nicht nur als mobile Automatisierungsplattform, sondern auch für Embodied-AI- und Robot-Learning-Projekte konzipiert. Eine integrierte Rechenplattform mit Intel-i9-Prozessor und leistungsfähiger GPU stellt Ressourcen für Bildverarbeitung und KI-Modelle bereit. Das Vision-Language-Action-Konzept verbindet visuelle Wahrnehmung, Aufgabenbeschreibungen und physische Roboteraktionen zu durchgängigen Abläufen.
Für Forschungsteams ist zudem die Unterstützung von VR-gestützter Teleoperation, Datenerfassung und individueller Softwareentwicklung relevant. Menschlich demonstrierte Bewegungen können als Trainingsdaten dienen, um Manipulationsabläufe zu untersuchen oder eigene Modelle weiterzuentwickeln. Über das SDK lassen sich anwendungsspezifische Funktionen und Prozesslogiken aufbauen. Weitere Forschungsplattformen und Auswahlkriterien finden Sie auf unserer Themenseite Humanoide Roboter für Industrie, Forschung und Bildung.
Einsatz in Industrie, Labor und Forschung
In der Industrie eignet sich der DOBOT ATOM-W vor allem für Pilotprojekte und flexible Aufgaben, bei denen mehrere Stationen, wechselnde Bauteile oder menschlich gestaltete Arbeitsbereiche einbezogen werden. Denkbar sind Materialtransport, Kitting, Bauteilsortierung, Bestückung, leichte Montage, Prüfaufgaben oder das Bedienen standardisierter Elemente. Bei hohen Taktzeiten, schweren Lasten oder vollständig konstanten Abläufen können spezialisierte Anlagen wirtschaftlicher sein. Der Mehrwert des ATOM-W liegt vor allem in der Kombination unterschiedlicher Fähigkeiten innerhalb einer mobilen Plattform.
In Laboren und Hochschulen ermöglicht das System die Arbeit an Navigation, Computer Vision, Manipulation, Teleoperation, Mensch-Roboter-Interaktion und KI-gestützter Aufgabenplanung. Informationen zu geeigneten Lern-, Entwicklungs- und Forschungsumgebungen finden Sie auf unserer Seite Roboter für Schulen und Universitäten.
Wann ist der ATOM-W einem klassischen Cobot überlegen?
Ein klassischer Cobot ist häufig die bessere Wahl, wenn eine klar definierte Aufgabe dauerhaft an einer festen Station ausgeführt wird. Der ATOM-W wird insbesondere dann interessant, wenn Mobilität, zweiarmiges Arbeiten, wechselnde Einsatzorte und KI-basierte Wahrnehmung miteinander kombiniert werden sollen. Er kann beispielsweise Material an einem Regal aufnehmen, zu einer Montagestation transportieren und dort eine weitere Manipulationsaufgabe ausführen.
Damit eignet sich die mobile humanoide Plattform vor allem für flexible Pilotzellen, Forschungsszenarien und Prozesse, die sich nicht wirtschaftlich mit mehreren einzelnen Sondermaschinen abbilden lassen. Weitere DOBOT Cobots, Desktop-Roboter und Automatisierungslösungen finden Sie auf unserer DOBOT Herstellerseite.
Integration, Sicherheit und Projektplanung
Vor dem Kauf des DOBOT ATOM-W sollten Einsatzbereich, Objektgewicht, Greifpunkte, Stationslayout, Fahrwege, Lade- oder Dockingkonzept, Kommunikationsschnittstellen und Sicherheitsanforderungen definiert werden. Auch Kameraeinsatz, Datenschutz, Not-Halt, Geschwindigkeiten und Abstände zu Personen müssen in die Risikobeurteilung einfließen. Die tatsächlich erreichbare Prozessleistung hängt zudem von Endeffektor, Software, Sensorik und Qualität der verfügbaren Trainings- und Prozessdaten ab.
Terra Robotics unterstützt bei der Auswahl der passenden Konfiguration, der technischen Bewertung des Use Cases und der Planung eines Proof of Concept. Für eine konkrete Machbarkeitsprüfung können Sie Ihr Vorhaben direkt über unser Anfrageformular für Robotikprojekte beschreiben.